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Informationen zum neuen PHV-Design
Bedienhilfen
Shunt (gesprochen "Schant") ist ein Fachbegriff aus dem Englischen, der etwa mit "Kurzschluss" übersetzt werden kann. Dieser Begriff bezeichnet eine dauerhafte Verbindung zwischen einer Vene und einer Arterie im Unterarm, die im Rahmen einer kleinen Operation hergestellt wird. Am Shunt werden die Schläuche angeschlossen, die das Blut zum Dialysator und zurück führen. Über den Shunt wird der Zugang zum Blutgefäßsystem gewährleistet, der mehrmals in der Woche genutzt ("punktiert") werden muss.
Ein guter Shunt erlaubt einen für die Dialysebehandlung ausreichenden Blutfluss.
Vor jeder Punktion wird der Shunt gründlich desinfiziert. Damit sie keimarm bleiben, müssen die Punktionsstellen während der Behandlung gut geschützt werden. Nach der Dialyse werden die Punktionsnadeln gezogen und der Patient drückt die Punktionsstelle eine Zeit lang ab, um Nachblutungen zu vermeiden. Das Pflaster auf dem Shunt sollte bis zum nächsten Tag belassen und eventuell vorhandener Schorf nicht entfernt werden.
Der Shunt muss täglich beobachtet werden. Dafür gibt es drei Grundregeln:
1. Abhören: Den Shuntarm ans Ohr legen oder mit einem Stethoskop abhören; es muss ein richtiges Rauschen zu hören sein.
2. Tasten: Der Shunt muss gut gefüllt sein und pulsieren.
3. Anschauen: Der Shunt sollte unauffällig aussehen, keine Rötungen aufweisen und die Punktionsstellen sollten gut verheilen.
Minderdurchblutung, Verletzung oder Infektion des Shunts müssen nach Möglichkeit vermieden werden. Das gelingt in der Regel, wenn folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
- Blutdruckmessungen nicht am Shunt-Arm vornehmen
- am Shuntarm keine engen Verbände anlegen
- keine Blutabnahmen oder intravenösen Spritzen am Shunt
- keine schweren Gegenstände über den Shuntarm hängen
- beim Schlafen möglichst den Kopf nicht auf den Shuntarm legen
- keine Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr für den Shuntarm ausüben
- nur kurzzeitiges Über-Kopf-Arbeiten mit dem Shuntarm
- bei Gartenarbeit den Shuntarm ausreichend schützen
- Blutdruckabfälle möglichst vermeiden
- nach einem Blutdruckabfall sollten die Shuntgeräusche kontrolliert werden
Mit einem speziellen Shunttraining kann die Funktionsfähigkeit der Shuntgefäße verbessert werden. Hierzu wird möglichst hoch am Oberarm eine leichte Stauung erzeugt und dann ein Schaumgummi- oder Gummiball von Apfelgröße geknetet, bis ein leichtes Kribbeln zu spüren ist. Dann sollte der Stau wieder gelöst werden. Um eine gute Shuntentwicklung zu bewirken, sollte dieses Training über mehrere Wochen mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten durchgeführt werden.
Jeder Patient sollte vorher mit seinem Arzt abstimmen, ob ein solches Training für ihn sinnvoll ist.
Weitere Tipps für die Pflege des Shunts gibt es unter Hygiene und Körperpflege.