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PHV-Dialysezentrum beteiligt an Forschungsprojekt zum kardiorenalen Syndrom

Wenn Niere und Herz zusammenspielen: Studie zu Ursachen für Herzerkrankungen

Menschen mit einer chronischer Nierenerkrankung, die auf eine Dialyse angewiesen sind, haben ein stark erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bekannt ist, dass bestimmte Stoffwechselprodukte im Blut von Dialysepatientinnen und -patienten – sogenannte urämische Toxine – sowie Elektrolytschwankungen dem Herzen schaden können. Bislang sind die genauen molekularen und zellulären Mechanismen, wie diese Blutbestandteile die Funktion des Herzmuskels beeinträchtigen, jedoch nur unzureichend verstanden.

Hier setzt eine neue klinisch-experimentelle Studie der Mediziner Dr. Thomas Körtl (Kardiologie) und PD Dr. Faeq Husain-Syed (Nephrologie) an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) an, die in enger Zusammenarbeit mit dem PHV-Dialysezentrum am Universitätsklinikum Gießen in Gießen durchgeführt wird. „Wir freuen uns, dass wir die universitäre Forschung in diesem wichtigen Bereich unterstützen können“, sagt Dr. Husain-Syed, ärztlicher Leiter des Dialysezentrums. Für das Projekt wird Blut von Patientinnen und Patienten des Dialysezentrums direkt vor und nach einer regulären Dialysesitzung gewonnen. Da ohnehin im Rahmen der klinischen Routine Blut abgenommen wird, ist für die Studienteilnahme keine zusätzliche Venenpunktion erforderlich. 

Das gewonnene Serum wird anschließend im Labor der Experimentellen Kardiologie aufbereitet und für Untersuchungen an menschlichem Herzmuskelgewebe genutzt. Dieses Gewebe stammt unter anderem aus Operationen zum Aortenklappenersatz oder von explantierten Herzen im Rahmen von Herztransplantationen. Zudem kommen im Labor gezüchtete humane Herzzellen (aus einer Kooperation mit der Universität Würzburg) zum Einsatz.

Die Forschenden untersuchen, wie sich das Patientenserum auf die Schlagkraft des Herzens (Kontraktilität), den Zellstoffwechsel (wie den Natrium- und Kalziumhaushalt) sowie die elektrische Aktivität der Herzzellen auswirkt. Ziel ist es, die pathophysiologischen Prozesse des sogenannten kardiorenalen Syndroms – der wechselseitigen Beeinträchtigung von Herz und Nieren – im Detail zu entschlüsseln. Langfristig soll dieses Wissen dazu beitragen, die kardiovaskuläre Sterblichkeit bei Dialysepatientinnen und -patienten zu senken und neue, gezielte Therapien zu entwickeln. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Wissenschaftler 2027.

Kontakte:
Dr. med. Thomas Körtl, Kardiologie
Telefon: 0641/985-42101
E-Mail: Thomas.Koertl@remove-this.innere.med.uni-giessen.de

PD Dr. med. Faeq Husain-Syed, Nephrologie 
Telefon: 0641/985-42378/81 
E-Mail: Faeq.Husain-Syed@remove-this.innere.med.uni-giessen.de